Wanderinspiration in der Axarquía
Entdecke die verborgenen Perlen der Axarquía, von rauen Bergpfaden bis zu verlassenen Dörfern. Ein Abenteuer, das darauf wartet, erwandert zu werden.

Meine ersten Schritte in der Axarquía
Ich spürte die Wärme der Sonne direkt auf meiner Haut, als ich aus dem Auto stieg; die Frühlingssonne im März ist hier überraschend kräftig. Eines der ersten Dinge, die ich tat, war, die Umgebung von Nerja zu erkunden. Was ich nicht erwartete, waren die unzähligen Wanderwege hinter der Küstenlinie; dieses Gebiet heißt die Axarquía und ist rau und bergig. Ich parkte meinen Mietwagen, einen kompakten Seat Ibiza für 25 € pro Tag, am Rande von Frigiliana und begann meine erste Solo-Wanderung. Übrigens, an diesem Tag war es mein Ziel, den Camino de Siete Pechos zu wandern. Es ist eine anspruchsvolle Strecke von etwa 10 Kilometern mit ziemlich viel Höhenunterschied. Eine gute Vorbereitung ist unerlässlich, nimm unbedingt 2 Liter Wasser pro Person mit, denn unterwegs findest du keine Verkaufsstellen. Ehrlich gesagt, die Aussichten über die Berge und das Meer waren spektakulär, eine echte Belohnung für die Anstrengung. Startpunkt ist an der Plaza del Ingenio in Frigiliana, erkennbar an der alten Zuckerfabrik. Na ja, ich hatte vorher online über die Río Chillar-Route gelesen, aber die war damals wegen des Wasserstands noch nicht zugänglich. Für Frühlingswanderungen, so wie jetzt, empfehle ich die Route nach El Acebuchal. Dies ist ein verborgenes Dorf oberhalb von Nerja, oft als „Geisterdorf“ bezeichnet. Die Gesamtstrecke beträgt etwa 14 Kilometer hin und zurück vom Nerja Zentrum, was meistens ungefähr 4 Stunden Gehzeit sind. Zieh feste Wanderschuhe an, denn die Pfade sind manchmal uneben. Übrigens, eine weitere Empfehlung ist die Wanderung zum Gipfel des El Cielo. Dieser ist mit 1.508 Metern der höchste Gipfel in der Umgebung von Nerja und bietet einen Panoramablick über die Küstenlinie und das Inland. Es ist eine anstrengende Tour, rechne mit einem ganzen Tag, ungefähr 8 Stunden insgesamt. Die Route startet meistens von den Cuevas de Nerja aus. Du brauchst hierfür allerdings etwas Wandererfahrung und eine gute Kondition. Ich habe auch angefangen, den Sendero Cueva del Agua zu erkunden. Diese Route, die in der Nähe des Dorfes Maro beginnt, ist wesentlich zugänglicher und bietet entlang des Flusses wunderschöne Natur. Es ist eine relativ flache Route von etwa 7 Kilometern, ideal für eine entspannte Nachmittagswanderung. Du findest den Eingang auf Höhe des Erholungsgebiets El Pinarillo, nach einem kurzen Stück Geländefahrt. Vergiss nicht, dein Mittagessen einzupacken, Picknicken ist dort perfekt.
Zwei Perlen zur Auswahl

Na, nach dieser ersten Bekanntschaft mit der Axarquía war ich völlig begeistert. Es gibt hier so viele Wanderrouten, dass man fast die Qual der Wahl hat. Ich habe zwei ausgewählt, die ich selbst fantastisch fand, aber sie sind sehr unterschiedlich. Die erste Route, der Río Verde Trail von Otívar aus, ist wirklich ein Abenteuer. Ehrlich gesagt, diese ist nichts für Weicheier, besonders im Frühling mit dem Schmelzwasser. Es gibt Passagen, bei denen man durchs Wasser watet; du brauchst wirklich wasserdichte Wanderschuhe. Die Tour ist etwa 10 Kilometer lang und man läuft durch eine Schlucht mit steilen Felswänden. Ich habe sechs Stunden dafür gebraucht, inklusive ein paar Stopps. Etwas, das auffällt: Man kann hier auch Canyoning machen. Entlang der Route sieht man manchmal Gruppen mit Neoprenanzügen, die sich abseilen. Für uns war es jedoch reines Wandern. Die Route ist kostenlos zugänglich, aber beginn frühzeitig, um den Andrang zu vermeiden. Parken kann man am Eingang der Schlucht, dort gibt es einen kleinen Parkplatz. Für die zweite Route bin ich Richtung Nerja gefahren, zum Barranco de Maro. Das ist eine viel entspanntere Option, perfekt für einen Nachmittag Wandern ohne allzu viel Aufwand. Die Route startet am Balcón de Europa. Man folgt Küstenpfaden mit wunderschönen Aussichten über das Mittelmeer. Man läuft ungefähr 8 Kilometer hin und zurück, hauptsächlich auf gut begehbaren Wegen. Ein Teil der Route ist sogar asphaltiert, was sie für die meisten Leute zugänglich macht. Unterwegs kommt man an verschiedenen kleinen Buchten vorbei, ideal für ein Picknick. Eine Flasche Wasser und ein paar Snacks hier sind unerlässlich. Ich habe ungefähr drei Stunden dafür gebraucht. Bei den Cueva de Nerja, ganz in der Nähe des Barranco de Maro, kann man das Auto für 2,50 € pro Tag parken. Von dort aus ist es ein kurzer Spaziergang zum Startpunkt. Diese Route ist auch bei Einheimischen beliebt.
Was du unbedingt in deinen Rucksack packst

Für die Frühlingswanderungen hier ist die richtige Vorbereitung unerlässlich. Beginn mit guten Wanderschuhen; feste Sohlen mit Griffigkeit sind ein Muss. Viele Pfade sind felsig und können manchmal rutschig sein durch lose Steine, daher ist Knöchelstütze kein Luxus. Ich selbst trage Schuhe der Marke „Merrell“, die ich online für 120 € gekauft habe. Ausreichend Wasser mitzunehmen ist entscheidend, besonders bei der Frühlingssonne. Ich nehme oft mindestens 2 Liter für eine mehrstündige Wanderung mit. Entlang der Routen findest du selten Stellen zum Nachfüllen, also sei vorbereitet. Ein kleiner Rucksack ist praktisch für ein paar Snacks, deine Kamera und natürlich deine Wasserflaschen. Du solltest auch an deine Kleidung denken. Obwohl es im März warm sein kann, können die Temperaturen im Schatten oder in höheren Lagen stark sinken. Eine Zwiebelschicht funktioniert am besten. Ich trage meistens eine leichte Hose, ein T-Shirt und einen dünnen Windbreaker, den ich leicht an- und ausziehen kann. Baumwolle atmet gut, aber schnell trocknende Stoffe sind angenehmer. Sonnencreme und eine Kappe oder ein Hut sind unerlässlich. Die Sonne ist hier trügerisch stark, selbst im frühen Frühling. Ich creme mich standardmäßig mit Faktor 50 ein und habe immer eine Kappe dabei, das schützt doch ein bisschen vor den blendenden Sonnenstrahlen. Außerdem ist eine Sonnenbrille auch kein Luxus. Das Wetter kann schnell umschlagen. Eine leichte Regenjacke, selbst wenn die Vorhersagen gut sind, ist keine schlechte Idee. Einige Pfade verwandeln sich dann schnell in schlammige Rutschbahnen. Eine faltbare, ultraleichte Jacke nimmt kaum Platz ein und kann dir viel Elend ersparen. Denk hierbei an eine Jacke von etwa 50-80 €. Vergiss schließlich nicht, dein Telefon aufzuladen. Nicht nur für ein paar schöne Fotos, sondern auch für Notfälle. Der Empfang ist nicht überall perfekt, aber ein voller Akku gibt doch ein beruhigendes Gefühl. Und lade die Wanderroute vorher offline auf dein Telefon herunter, falls du keinen Empfang hast. Dies mache ich immer über AllTrails, eine App mit vielen detaillierten Routen und Karten.
Eine verdiente Belohnung nach der Tour

Nach einem langen Wandertag gibt es nichts Besseres, als sich in einem guten Restaurant niederzulassen. In Nerja gehe ich dann zum Chiringuito de Ayo. Dieser Ort ist bekannt für seine riesigen Paellas, die sie bereits seit 1969 über einem Holzfeuer zubereiten. Ein Teller Paella kostet dich hier derzeit 9,50 €, ein prima Preis für so eine royale Portion. Das Restaurant liegt direkt am Burrianastrand, so hast du einen schönen Blick über das Mittelmeer. Es ist oft viel los, besonders im Frühling, aber die Atmosphäre ist entspannt. Du kannst dort auch gut ein kühles Getränk bekommen. Ein Fassbier kostet hier 2,50 € – lecker erfrischend nach so einer Wanderung. Wenn ich etwas Leichteres essen möchte, bestelle ich die Gambas Pil-Pil. Die sind hier ausgezeichnet und kosten um die 12 €. Es ist ein perfekter Snack, um den Salzhaushalt aufzufüllen. Die Bedienung ist immer flott, trotz des Andrangs. Wenn du in Nerja bist und Lust auf etwas anderes als Paella hast, probier die frittierten Boquerones. Das sind kleine Fische, die hier lokal gefangen werden. Eine Portion kostet etwa 10 € und schmeckt hervorragend mit etwas Zitrone. Sie haben auch viele frische Salate, falls du die Kalorien nach all dem Wandern im Auge behalten möchtest. Ein großer Salat mit Thunfisch und lokalen Gemüsesorten kostet um die 8 €. Die Terrasse ist auch ideal für Leute, die nur etwas trinken möchten. Lohnt sich. Einfach machen.