Der Charme von Maro

Der Charme von Maro

Maro, ein kleines Dorf in der Nähe von Nerja, bietet mehr als nur Höhlen. Entdecke die Ruhe, die Strände und Orte abseits des Trubels, wo die Einheimischen hingehen.

![Der Charme von Maro](https://xhywqndiqvmvxqqpgppk.supabase.co/storage/v1/object/public/blog-images/nerja/playa-burriana-palm-volleybal.jpeg) Der Bus nach Maro tuckerte langsam bergauf. Es war Anfang Juni, und die Sonne stand schon hoch. Trotzdem sorgte eine Brise dafür, dass die Temperatur angenehm bei etwa 28 Grad blieb. Ich stieg an der Haltestelle mitten im Dorf aus, genau rechtzeitig, um den Geruch von frisch gebackenem Brot aus der kleinen Bäckerei zu riechen. Sofort wusste ich, dass ich richtig war. Dieser Ort fühlt sich anders an als das geschäftige Nerja. ### Warum Maro anders ist Maro ist klein, hat nur etwa 700 Einwohner und liegt etwas östlich von Nerja, direkt an den natürlichen Klippen und Stränden. Es ist eine Oase der Ruhe im Vergleich zum Trubel von Burriana oder dem Balcón de Europa in Nerja. Wo Nerja manchmal mit seinem Touristenstrom überwältigend sein kann, bewahrt Maro seinen typisch andalusischen Charakter. Weiße Häuser, enge Gassen, aber mit einer unverkennbaren Verbindung zum Meer. Das ist kein „weißes Dorf“ im Sinne eines bergigen, abgelegenen Ortes. Maro ist im Herzen ein Fischerdorf, auch wenn der Tourismus hier mittlerweile eine größere Rolle spielt. Die Atmosphäre hier ist anders; sie ist gemütlicher, weniger kommerziell. Du siehst hier noch Einheimische auf der Straße miteinander plaudern, ohne dass ihnen gleich alles Mögliche angeboten wird. Es liegt auch höher, auf einer Klippe, wodurch man oft einen schönen Ausblick auf die Küstenlinie unten hat. ![Blick auf die Küste von Maro](https://xhywqndiqvmvxqqpgppk.supabase.co/storage/v1/object/public/blog-images/nerja/nerja-iglesia-el-salvador-kerk.jpeg) ### Eine Runde durch die Strandbuchten Beginne deinen Spaziergang oben im Dorf, ganz in der Nähe der Bushaltestelle, und laufe in Richtung Küste. Die Hauptstraße von Maro endet von selbst an einem Aussichtspunkt. Von hier aus siehst du die Küstenlinie, mit den kleinen, rauen Stränden, die Maro so beliebt bei denen machen, die den Trubel meiden wollen. Es sind keine ausgedehnten Sandstrände, sondern eher von Felsen umschlossene Buchten. Nimm die Treppe hinunter zur Cala de Maro. Dieser Weg ist gut zu bewältigen, aber der Rückweg ist ziemlich steil. Wassersandalen sind hier praktischer als Turnschuhe, denn die Strände sind felsig. Nach einem erfrischenden Bad kannst du, soweit möglich, entlang der Küstenlinie zum nächsten Strand, Playa de Maro, weiterlaufen. Es sind kleine Kieselsteine und die Umgebung ist rau, genau so, wie ich es mag. Die ganze Route, inklusive eines Stopps am Strand, dauert etwa anderthalb Stunden, je nachdem, wie lange du am Wasser bleibst. Die Aussichten über das klare blaue Meer und die Klippen sind den Aufstieg mehr als wert. ### Tapas, wo die Fischer hingehen Wenn du in Maro bist, solltest du eigentlich dort etwas essen, wo die lokalen Fischer ihren Arbeitstag ausklingen lassen. Es gibt einen kleinen Chiringuito, direkt am Wasser am Playa de Maro. Ganz einfach, Plastiktische und -stühle, aber der Fisch kommt direkt aus dem Meer auf deinen Teller. Frag nach den „Espetos de Sardinas“, Sardinen am Spieß. Die werden hier perfekt auf Holzkohle zubereitet. Erwarte keine umfangreiche Speisekarte, aber gerade diese Einfachheit ist die Stärke. Eine andere Option ist Mesón de Ani im Dorf selbst. Es ist keine hippe Bude, sondern ein traditionelles spanisches Restaurant, wo die Portionen reichlich und die Preise ehrlich sind. Die „Berenjenas con miel“, frittierte Aubergine mit Honig, ist hier sehr zu empfehlen. Ich komme gerne zum Mittagessen, so gegen ein Uhr, dann sind auch die Einheimischen da und die Atmosphäre ist am besten. Keine komplizierten Gerichte, einfach gute, frische Zutaten, die für sich sprechen. Ein Bier dazu und der Tag kann nicht besser werden. ### Ankommen und Parken in Maro Maro ist leicht zu erreichen. Von Nerja aus nimmst du die Buslinie 10, die fährt häufig und setzt dich im Zentrum von Maro ab. Die Fahrt dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Wenn du mit dem Auto kommst, ist das Parken eine andere Sache, besonders in der Hochsaison. Es gibt einen kleinen, kostenlosen Parkplatz am Rande des Dorfes, in der Nähe der Cuevas de Nerja. Von dort läufst du in fünf Minuten ins Zentrum. Anfang Juni ging es noch, aber im Juli und August ist dieser schnell voll. Dann parkst du dein Auto am besten auf dem großen Parkplatz bei den Höhlen von Nerja und läufst von dort etwas weiter, oder nimmst den Bus. Das erspart viel Sucherei und Frustration. Das Dorf selbst ist übersichtlich und relativ flach, aber die Wege zu den Stränden sind, wie gesagt, steil. Für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, ist Maro selbst gut zu bewältigen, aber die Strandbuchten sind eine Herausforderung. ### Die beste Zeit, um hinzugehen Die beste Zeit, Maro zu besuchen, ist der frühe Morgen oder der späte Nachmittag. Am Morgen, sagen wir gegen neun Uhr, kannst du in Ruhe durchs Dorf schlendern, die Ruhe genießen und den Bäckern dabei zusehen, wie sie ihr Brot fertigbacken. Die Strände sind dann noch so gut wie leer. Am späten Nachmittag, so gegen sechs Uhr, sinkt die Sonne langsam und taucht alles in wunderschönes goldenes Licht. Du kannst dann ein erfrischendes Bad nehmen und danach in Ruhe irgendwo einen Drink genießen. Vermeide die Mittagssonne im Sommer, denn dann ist es einfach zu heiß und zu voll, besonders an den beliebten Stränden. Wenn du den Trubel wirklich vermeiden und trotzdem ein authentisches Erlebnis haben möchtest, besuchst du Maro am besten in der Vor- oder Nachsaison, also Mai/Juni oder September/Oktober. Das San Juan Feuerfest Ende Juni wird hier auch gefeiert, aber dann ist das Dorf so voll, dass ich es lieber auslasse. ### Was viele Tagesausflügler verpassen Viele Leute kommen nach Maro wegen der Cuevas de Nerja, den weltberühmten Höhlen. Und das zu Recht, die sind beeindruckend. Aber was die meisten Tagesausflügler verpassen, ist das alte römische Aquädukt „Acueducto del Águila“. Dieses architektonische Meisterwerk liegt etwas außerhalb des Dorfes, in Richtung der Höhlen. Man sieht es nicht sofort, wenn man durch Maro fährt. Du musst wirklich den Schildern folgen oder an der Hauptstraße den Blick gut richten. Das Aquädukt ist immer noch in Betrieb und versorgt die Zuckerrohrfelder im Tal des Río de la Miel mit Wasser. Es ist ein fotogener Ort, und die Geschichte dahinter ist genauso interessant. Es ist ein Stück Geschichte, das oft übersehen wird, versteckt zwischen Natur und moderner Welt. Es ist auch ein schöner Ort, um etwas aus der Sonne zu treten, und der Ausblick auf die Berge und das umliegende Tal ist beeindruckend. Ein kleiner Umweg, der sich lohnt. ### Wanderweg zum Torre de Maro Neben den Strandbuchten gibt es noch eine wunderschöne Wanderung, die du vom Dorf aus machen kannst: zum Torre de Maro. Das ist ein alter Wachturm, der im 16. Jahrhundert zum Schutz der Küste vor Piraten gebaut wurde. Der Weg dorthin beginnt am östlichen Ende von Maro, bei der Calle Huertas. Es ist ein kurvenreicher Pfad durch die typisch andalusische Natur, mit niedrigen Sträuchern und ab und zu einer Agavenpflanze, die stolz in den Himmel ragt. Du hörst das Rauschen der Brandung unten und die Grillen, die in der Wärme zirpen. Die Wanderung dauert etwa 30–40 Minuten und ist ziemlich einfach, mit ein paar leichten Anstiegen. Oben angekommen wirst du mit einem Panoramablick über die Küstenlinie belohnt, bis hin zu den Klippen von Cerro Gordo. Hier kannst du den Seewind wirklich gut spüren und den salzigen Geruch besonders intensiv wahrnehmen. Nimm eine Flasche Wasser mit, denn Schatten ist oben rar. ### Schnorcheln um die Klippen Für alle, die das Unterwasserleben lieben, ist Maro auch ein großartiger Ort zum Schnorcheln. Besonders um die felsigen Abschnitte der Cala de Maro und Playa de Maro ist das Wasser klar und voller Leben. Ich nehme meine Schnorchelausrüstung standardmäßig mit, wenn ich dorthin fahre. Du siehst dort unzählige kleine Fische und mit etwas Glück sogar Kraken, die sich zwischen den Felsen verstecken. Die Unterwasserwelt ist hier genauso schroff wie über dem Wasser, mit vielen Algen und Seetang. Die Kieselsteine am Boden sind zwar herrlich zum Stehen, aber Wasserschuhe machen den Einstieg etwas bequemer. Das Wasser kann morgens noch etwas frisch sein, aber gegen Mittag ist es angenehm warm. Die Klippen, die die Buchten säumen, bieten nicht nur eine schöne Aussicht, sondern schaffen unter Wasser auch Unterschlüpfe für verschiedene Meerestiere. Eine Taucherbrille mit etwas Antibeschlagspray ist hier kein Luxus! Maro ist ein Ort für alle, die dem Alltag entfliehen und das echte andalusische Fischerleben kosten möchten. Erwarte keinen Luxus, aber Ehrlichkeit und Ruhe. Lohnt sich. Einfach machen. ### Das könnte dich auch interessieren - [El Acebuchal in der Axarquía entdecken](/de/blog/acebuchal-axarquia-entdecken) - [Die Höhlen und der Beginn von Nerja](/de/blog/hohlen-beginn-von-nerja) - [Caminito del Rey](/de/blog/caminito-del-rey-andalusiens-spektakularster-wanderweg-tickets-und-tipps)

← Blog – Lokale Tipps zu Nerja und Andalusien